Warum bekommt das CeBB keine höheren Zuschüsse vom Landkreis Schwandorf?

Der Landkreis Schwandorf bezuschusst das Landestheater Oberpfalz (LTO) im Jahr 2016 mit 14.000,- €. Maria Baumer (CSU) hat im Febraur 2017 erreicht, dass der Zuschuss sogar auf 20.000,- E erhöht wurde. Sie hat dies vorgeschlagen, "weil das Theater immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten gerate" (Quelle: MZ vom 14.2.2017, Seite 25). Die Kreisräte schlossen sich ihrem Vorschlag an. Vermutlich ist hier kein Stadtrat vorhanden, der es jährlich freiwillig mit über 45.000,- € subventioniert. Also kommt es zu Liquiditätsengpässen ...

Landrat Thomas Ebeling (CSU) begründete den Zuschuss für das LTO bei einer Sitzung des Ausschusses Schulen, Sport und Kultur des Kreistages damit, dass der Landkreis Schwandorf an dritter Stelle des Einzugsgebietes des LTO liege und es zahlreiche Projekte im Landkreis angeboten habe (laut Kreisseite des Neuen Tages vom 27.11.2015).

Abgesehen davon, dass es im Landkreis Schwandorf zahlreiche tolle Theaterprojekte gibt, die ohne einen Zuschuss des Landkreises erfolgreich sind (etwa das Pascherspiel in Schönsee oder die jährlichen Theaterstücke der Kolpingsfamilie Schönsee), stört mich an der Entscheidung z. B. auch die Relation zur Unterstützung des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee. Hierfür begnügt sich der Landkreis nämlich ebenfalls mit einem Zuschuss von 20.000,- €.

Gemäß dem Bericht des Geschäftsführers Hans Eibauer zur Stadtratssitzung am 21. Juli 2015 besuchen viele Bürger des Landkreises Schwandorf Veranstaltungen im CeBB. Darüber hinaus betreibt das CeBB eine Kulturdatenbank (www.bbkult.net), welche bestimmt auch viele Veranstaltungen aus dem Landkreis Schwandorf kostenlos bewirbt. Darüber hinaus wirkt das CeBB aus dem Landkreis Schwandorf heraus (und nicht wie das LTO aus Leuchtenberg im Landkreis NEW) und hat laut Geschäftsführer Eibauer überregionale Bedeutung als kulturelles Bindeglied zwischen bayerischen und tschechischen Nachbarregionen. Der Wirkungskreis des LTO beschränkt sich hingegen im Wesentlichen auf die nördliche Oberpfalz. Eigentlich sollte daher der Landkreis-Zuschuss für das CeBB wesentlich höher sein als der für das LTO - also auf keinen Fall gleich hoch.

Offensichtlich finden die Mitglieder des Kreistages die Argumentation des CeBB-Geschäftsführers Hans Eibauer also nicht so überzeugend, dass sie einen angemesseneren Zuschuss für den Betrieb des CeBB gewähren, welcher die Bürger der Stadt Schönsee endlich etwas entlasten würde (vgl. Bericht: Was kosten das CeBB eigentlich den Bürgern der Stadt Schönsee?). Es zeigt sich auch, dass die Kreisräte Birgit Höcherl (CSU) und Michael Ebnet (CSU) sich bei ihren Kollegen im Kreistag entweder nicht für einem höheren - die Bürger Schönsees endlich etwas entlastenden - Zuschuss für das CeBB eingesetzt haben oder diese nicht überzeugen konnten - obwohl Landrat Ebeling (CSU) der Vorsitzende des Kuratoriums (!) des CeBB ist und Bürgermeisterin Birgit Höcherl im Vorstand des Trägervereins (!) sitzt. Entweder hat also das LTO die bessere Lobby-Arbeit oder die Arbeit des CeBB wird im Kreistag doch nicht ganz so hoch geschätzt wie es bei Sonntagsreden immer postuliert wird ...

Der Landkreis Schwandorf begnügt sich weiterhin mit einem jährlichen Zuschuss zum laufenden Betrieb des CeBB von 20.000,- €. Umgerechnet auf einen Bürger des Landkreises sind das etwa 14 Cent (!!!). Die Bürger der Stadt Schönsee (müssen) hingegen jährlich ca. 20,- € dafür hergeben. Hier könnten sich die Kreisräte Michael Ebnet und Birgit Höcherl schon lange zur Entlastung der Bürger der Stadt Schönsee für eine deutliche Erhöhung einsetzen. Für den Kreishaushalt 2017 haben sie das (wieder) nicht getan. Es bleibt beim Zuschuss von 20.000,- €.

27. November 2015, Thomas Schiller
(aktualisiert am 28.2.2017)